
Der aktuelle Migrationsbericht 2021 wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erstellt und am 11. Januar 2023 durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vorgestellt.
Der Bericht beinhaltet umfassende Migrationsdaten für Deutschland und nimmt dabei auch eine europäisch vergleichende Perspektive ein. Themen wie die irreguläre Migration spielen eine ebenso zentrale Rolle wie die Struktur und Entwicklung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland.
- Deutschland als Hauptzielland: Die Daten zeigen, dass Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin das Hauptzielland von Migration ist. Daneben sind in der EU auch Spanien, Frankreich, Italien und Polen attraktive Zielländer.
- Wachsender Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund: Im Jahr 2021 lebten 22,3 Millionen Menschen in Deutschland, die selbst oder bei denen mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht seit Geburt besitzt. Damit liegt der Bevölkerungsanteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei 27,3 Prozent (2020: 26,7 Prozent). Mehr als die Hälfte hiervon besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft, knapp zwei Drittel sind selbst zugewandert. Selbst zugewanderte Personen leben im Durchschnitt seit rund 21 Jahren in Deutschland, mehr als ein Drittel (37,6 Prozent) aber auch weniger als 10 Jahre.
- Zunehmende Migration nach Deutschland: Nach einem kontinuierlichen Rückgang der Migration seit dem Jahr 2016 nimmt die Zuwanderung seit 2021 wieder zu. Im Vergleich zu 2020 ist die Zuwanderung nach Deutschland um 11,5 Prozent gestiegen und auch die Abwanderung wuchs um 2,9 Prozent.
- Europäische Herkunftsländer: Das Migrationsgeschehen in Deutschland wird seit Jahren deutlich von innereuropäischer Zu- und Abwanderung bestimmt. Im Jahr 2021 lag der Anteil zugewanderter Personen aus europäischen Staaten bei 63,8 Prozent (2020: 69,1 Prozent). Auch bei den Fortzügen war Europa die Hauptzielregion: Über zwei Drittel der abwandernden Personen aus Deutschland zogen im Jahr 2021 in ein anderes europäisches Land (67,9 Prozent, 2020: 67,4 Prozent).
- Humanitäre Gründe für Migration: Seit dem Jahr 2016 ging die Zahl der Asylerstanträge kontinuierlich zurück, vor allem im Jahr 2020 vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. 2021 wurden mit 148.233 wieder deutlich mehr Asylerstanträge verzeichnet (+44,5 Prozent). 17,5 Prozent der gestellten Asylerstanträge wurden für in Deutschland geborene Kinder von Asylsuchenden im Alter von unter einem Jahr gestellt (25.879). Im Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 25,9 Prozent.
- Familiennachzug von Drittstaatsangehörigen: Es wurden 81.705 Aufenthaltserlaubnisse aus familiären Gründen an Personen erteilt, die im Jahr 2021 eingereist sind. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl damit um 40,8 Prozent (2020: 58.022). In 9.128 Fällen handelte es sich dabei um Angehörige von Schutzberechtigten, die im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland gekommen sind. Ihr Anteil am gesamten Familiennachzug beträgt 11,2 Prozent.
- Internationale Studierende: Die Zahl der sogenannten „Bildungsausländerinnen und -ausländer“, die ihr Studium in Deutschland aufgenommen haben, ist um fast 19 Prozent gestiegen: Im Jahr 2021 nahmen 102.549 Personen ihr Studium auf (2020: 86.529 Personen).
- Erwerbsmigration aus Nicht-EU-Staaten: Pandemiebedingt ging die Entwicklung der Erwerbsmigration im Jahr 2020 auf 29.747 zugewanderte Personen zurück, die einen Aufenthaltstitel zur Erwerbstätigkeit erhielten (-53,7 Prozent im Vergleich zu 2019). Im zweiten Pandemiejahr 2021 konnte wieder ein Zuwachs auf 40.421 Zuwandernde verzeichnet werden (+35,9 Prozent gegenüber 2020). Dabei zeigt sich, dass es sich bei der Mehrheit um qualifizierte bzw. hochqualifizierte Fachkräfte handelt (insgesamt 24.744 Personen bzw. 61,3 Prozent).
Mehr zu den zentralen Ergebnissen finden sich in diesem Dokument zum Migrationsbericht 2021.
Ergebnisse Migrationsbericht 2021
German
Details
- Authors
- Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
- Geographic area
- Deutschland
- Contributor type
- Nationale Verwaltung und Regierung
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Asylum
Family reunification
Labour migration
Study migration
Germany
Research or Report
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Education
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