
In dem Forschungsbericht werden lokale Unterstützungsangebote für Migrant:innen in aufenthaltsrechtlicher Prekarität in der Stadt Wien beschrieben und analysiert.
Ziel des Projekts war es zu untersuchen, wie lokale Behörden Zugänge und Ausschlüsse von Migrant:innen mit prekärem Status in kommunale Dienstleistungen produzieren, sowie wie die Zusammenarbeit zwischen städtischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Bezug auf die Bereitstellung von Dienstleistungen funktioniert. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Situation von Frauen. Die Untersuchung sollte zeigen, wie lokale Behörden ihre Ansätze im Kontext der allgemeinen Aufgabenstellung der Stadt verstehen und formulieren. Auch sollten die tatsächlichen Praktiken identifiziert werden, die die Eingliederung prekärer Migrant:innen in Schlüsseldienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Unterbringung ermöglichen. Darüber hinaus wurden die rechtlichen, politischen und praktischen Herausforderungen beleuchtet, die für die Versorgung dieses prekären Teils der Stadtbevölkerung bestehen, sowie die Formen der Kommunikation, Kooperation und Verantwortungsteilung zwischen den lokalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und NGOs untersucht.
Zusammenfassend hält der Bericht fest, dass die Stadt Wien ein breites Angebot an Unterstützungsleistungen bietet, das zum Teil durchlässig und für Personen in aufenthaltsrechtlicher Prekarität zugänglich ist. Dies sei neben teils progressiven Verwaltungspraktiken insbesondere einer engagierten und innovativen Zivilgesellschaft und NGOs zu verdanken. Das Verhältnis der städtischen Behörden und der Zivilgesellschaft ist dabei von gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung getragen. Allerdings wurde auch das Abhängigkeitsverhältnis zu der Stadt als Fördergeber thematisiert, was es zum Teil erschwere, Kritik zu äußern. Darüber hinaus wurde auch auf Lücken und Missstände hingewiesen, ganz besonders für Gruppen, die als vulnerable eingestuft werden und Zugänge zu Unterstützungsleistungen brauchen.
Die Fallstudie wurde im Rahmen eines 18-monatigen vergleichenden Forschungsprojekts, Local Responses to Precarious Migrants: Frames, Strategies and Evolving Practices in Europe (LoReMi), erstellt, das neben Wien auch die Städte Frankfurt am Main und Cardiff untersuchte.
Details
- Authors
- Adrienne Homberger, Simon Güntner
- Geographic area
- Österreich
- Contributor type
- Akademiker und Experten
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